13.12.2017

(Montags)Motivation

Der Wecker klingelt. Ein unnötiger Blick zur Uhr - 7.30 Uhr in roten Ziffern. Montagmorgen. Der Regen prasselt ans Fenster. Es stürmt. Ich schließe noch einmal die Augen. Drehe mich auf die andere Seite, als würde ich so das Aufstehen hinauszögern können. Eingerollt in die Decke, vergraben im Kissen. Ein Kontrast. Während draußen das Wetter tobt, herrscht drinnen Ruhe. Noch.

Bald klingelt der Wecker erneut. Und wieder, immer wieder. Die Schlummertaste als Heilmittel. Lass den Montag bloß nicht beginnen... Das Wetter ist mies, bei der Arbeit stehen viele Termine an, es wird ein langer Tag - nach einem zu kurzen Wochenende. Doch stimmt das? Fühlen wir uns montags besonders geschlaucht, müde, gräßlich? Der gemütliche Start in den Samstag und Sonntag verstärkt diesen Eindruck. Und auch die Freizeit - ohne Stress im Job - lässt den Montag düster wirken. Doch es gibt Möglichkeiten, sich auch zu Beginn der neuen Woche aufzuraffen, durchzustarten, aktiv zu sein und sich nicht passiv seinem vermeintlichen Schicksal zu ergeben.

Einen Gang zurückschalten

Es gibt immer gute und schlechte Tage. Die sind eigentlich weniger der Reihenfolge innerhalb der Woche geschuldet, sondern einfach dem Ablauf an sich. Haben wir viele Termine, viele Besprechungen, viel Trouble an einem Tag, raubt uns jede weitere Minute Energie. Solche Tage gibt es nun mal - sie kommen immer wieder und wir werden sie immer wieder überstehen. Doch wir können Regeln für uns selbst aufstellen, wie wir uns etwa bei Stress selbst runterkochen, einen Gang zurückschalten, um uns nötige Energie zu sparen. Außerdem können wir vor allem morgens, aber auch über den Tag verteilt Mechanismen entwickeln, die uns helfen, besser und effektiver zu arbeiten.

Jeder hat das seine eigenen Bedürfnisse. Manche sind besonders stressresistent, für die macht es keinen Sinn, eine Runde um den Block zu laufen, andere brauchen diesen kurzen Frischekick an der Luft, um die Schreibblockade loszuwerden oder ein unangenehmes Gespräch zu verarbeiten. Das heißt: Die nachfolgenden Regeln sind eigentlich keine. Sie können eine Hilfestellung sein. Jeder kann sie so umwandeln, dass sie auf seinen Alltag passen - egal ob Halbtagsjob, Schichtarbeit oder Vollzeit-Mama.

Stress hat man nicht,
man macht ihn sich.

Dieses Zitat der Essayistin Aba Assa stimmt nur bedingt, spiegelt aber die Krux wider. Wenn wir ständig von A nach B rennen müssen, um unsere Aufgaben zu bewältigen, artet das leicht in Stress aus, muss es aber nicht. Es ist wichtig, zwischendrin - auch wenn der Termin drängt - durchzuatmen. Das klingt banal - und ist es eigentlich auch - aber trotzdem machen wir es fast nie, sondern marschieren weiter. Damit der Tag nicht direkt mit Hektik beginnt, können wir bestimmte Regeln aufstellen, Rituale, die ihren festen Platz im Ablauf haben - das beruhigt uns und vermindert Stress.

Hilfe - ich bin gestresst! Was tun?

Diese Liste zeigt keine wirklichen Regeln, also keine Pflichten. Es sind vor allem Gedanken, die Möglichkeiten aufzeigen - völlig individualisierbar. Jeder kann das berücksichtigen, was für ihn passt, es abwandeln und so gestalten, dass es sich in ein stimmiges Ganzes fügt.

Schlaf: Der Tag sollte ruhig beginnen. Immer. Das gelingt vor allem, wenn wir ausreichend schlafen. Hierbei gibt es die gängige Regel: acht Stunden. Doch das gilt nicht für alle Menschen. Ich selbst brauche meistens sieben Stunden Schlaf, um mich gut zu fühlen. Mein Freund kommt mit fünf Stunden aus. Hör auf euren Körper, testet es aus. Wann fühlt ihr euch am besten? Das ist die entscheidende Frage.

Wecker: Plant euch eine vernünftige Weckzeit ein. Es ist Unsinn, eine Schlummerstunde einzurichten. Wer um 7.30 Uhr aufstehen muss, sollte sich seinen Wecker nicht auf 6.30 Uhr stellen, nur damit er sich noch einmal gemütlich umdrehen kann. Es schadet nichts, wenn ihr mal fünf Minuten liegen bleibt. Aber zig Mal auf Snooze zu drücken, macht euch nicht wacher - ich weiß, wovon ich rede...

Aufwachen: Schlummern hin oder her - wir sind morgens immer müde, wenn wir nicht gerade zehn Stunden am Stück geschlafen haben. Um gut zu starten macht es daher Sinn, sich Zeit fürs Aufwachen zu nehmen. Bei eurem Morgenritual solltet ihr euch auch dafür Zeit einplanen. Fünf Minuten reichen locker. Es geht darum, nicht zurück in Hektik zu verfallen, sondern vielleicht noch kurz im Bett aufrecht sitzen zu bleiben, einen Schluck zu trinken, die Gedanken zu sortieren.

Trinken: Es gibt kaum etwas Erfrischenderes als das erste Glas Wasser am Tag. Morgens haben wir einen komisches Geschmack im Mund, sind noch platt von der Nacht - dann hilft: Wasser! Es ist ein wahrer Muntermacher. Bevor ihr also zur Kaffeemaschine lauft, schenkt euch erst einmal ein Glas Wasser ein. Am besten stilles ohne Kohlensäure. Ich habe immer morgens eine Flasche am Bett stehen, die ich in meiner Aufwachphase trinke - 500 Milliliter mindestens. Danach fühlt ihr euch definitiv besser.

Frühstück: Eine vollwertige Mahlzeit ist morgens besonders wichtig - zumindest für mich. Wer gar nicht aufs Frühstück steht, kann es natürlich sein lassen. Zeitnot sollte aber nicht der Grund dafür sein. Ein gutes Müsli, ein Vollkornbrot oder vielleicht ein Smoothie bringen den Kick für einen guten Start.

Sport: Wer morgens Bewegung braucht, für den ist Sport die richtige Lösung. Eine Runde morgens durch den Park joggen - oder auch walken - macht den Kopf frei, lässt die Kreativität sprießen und macht gute Laune.

Frische Luft: Reißt die Fenster auf! Egal wie kalt es draußen ist, es gibt doch nichts besseres, als diesen Frischekick. Gerade im Schlafzimmer herrscht am Morgen eigentlich "dicke Luft", sie ist verbraucht und lähmt. Lasst den Wind euren Kopf freipusten - und vielleicht bekommt ihr ja auch ein paar Sonnenstrahlen ab, wenn es nicht gerade regnet. Entdeckt das Schöne, weitet den Blick. Das gibt euch Energie.

Ordnung: Wenn ich morgens nach unten ins Wohnzimmer laufe und der Tisch liegt voller Dinge, die Küche ist noch gezeichnet vom abendlichen Kochen, dann dämpft das meine Motivation. Ordnung tut uns gut - und vermeidet Stress. Denn wenn wir unsere morgendlichen Rituale gefunden haben, müssen diese auch vom Ablauf gut funktionieren. Es bringt nichts, sich Zeit fürs Aufwachen zu nehmen, aber dann die richtigen Klamotten zu suchen, das Make-up erst hervorzukramen oder auch Kaffeepulver erst noch mahlen zu müssen. Zu einer guten Morgenroutine gehört auch der abendliche Plan.

Abends wenig/keinen Alkohol: Um morgens gut in den Tag zu starten, müssen wir nicht nur abends Dinge vorbereiten, sondern uns auch gut ernähren. Schon zwei Gläser Wein merke ich am nächsten Tag, wenn der Wecker klingelt. Setzt euch da klare Grenzen. Wer Alkohol trinken möchte, kann das beispielsweise aufs Wochenende verlegen - oder Wasser dazu trinken. Das hilft bei geringen Mengen ebenfalls.

Lächeln: Das Wichtigste kommt zum Schluss. Auch wenn es regnet, schneit oder einfach kein schöner Tag ist, dann müssen wir uns trotzdem gute Laune machen. Wir wollen uns doch schließlich nicht von dem Wetter oder anderen äußeren Einflüssen vorschreiben lassen, wie wir uns zu fühlen haben. Also gibt es nur eins: Lächeln - egal, wie blöd die Situation gerade ist. Wenn der Bus uns vor der Nase wegfährt, ist das ärgerlich. Aber miese Laune kann daran auch nichts mehr ändern. Nehmt euch eure Kopfhörer, stellt gute Musik an und lasst die Welt Welt sein. In diesem Sinne...

Habt Spaß bei dem, was ihr macht. Könnt ihr das nicht, dann solltet ihr euch überlegen, ob es das Richtige ist.

Bewusst.

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