13.11.2017

Durst.

Assoziationen dank Konventionen
Bei dem Bild der hängenden Blumenköpfe springt ein Wort in den Kopf: Durst. Und dann kommt direkt ein zweites: Leben. Mit Kunst, mit Bildern, mit Fotografie kann man viele Dinge ausdrücken, ohne sie direkt anzusprechen. Wir können mit Illustrationen und Abbildungen Emotionen erzeugen. Dabei ist es manchmal ein Leichtes, subtil vorzugehen. Wollen wir Liebe und Zuneigung ausdrücken, brauchen wir kein knutschendes Paar. Es reichen auch zwei Hände, die sich sanft berühren. Jeder hat sofort eine Assoziation im Kopf. Die Gesellschaft und unsere Umwelt gibt es sie vor. Es sind Konventionen, die uns denken lassen: Diese Hände gehören zu zwei Menschen, die sich lieben. Ist es eine kleine und eine große Hand wissen wir sofort: Es handelt sich um Mutter Kind, um Vater Kind - je nachdem, wie filigran die Hand ist.

Killing me softly...

Aber solche simplen Assoziationen reichen oftmals nicht. Künstler wollen mehr zeigen, mehr hervorholen. So lassen uns die hängenden Köpfe Schwäche deuten, die reduzierten Farben erhärten den Eindruck des schwindenden Lebens(willen) der Pflanzen. Es ist als Fotograf - oder auch Maler - wichtig, mit Farben zu spielen. Soll es dynamisch sein, dann wähle kräftige Farben, Kontraste, Wirbel, Windungen, Irrungen, alles durcheinander. Das erzeugt Leben, teilweise auch Theatralik, Tragik, Drama. Sanfte, pastellige, leichte Töne lassen uns eine Ruhe spüren. Auf dem Bild mit den hängenden Blüten ist das eindrucksvoll zu sehen. Das Schlaffe, das Matte, die wenige Farbe - alles wirkt beinahe tot. Der graue Hintergrund verstärkt diese Assoziation.

Leben - oder eben nicht
Möchtest du ein Bild emotional aufladen, eine Aussage transportieren, ist nicht nur das Arrangement, also die Darstellung, wichtig. Wähle und überlege gut, welchen Hintergrund du zeigst, optimiere die Farben und Kontraste, gibt die Motiv Leben - oder eben nicht, je nach dem, was dein Zuschauer sehen soll.

Ananananas.

Farben.

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