09.02.2018

Auf geht's, ab geht's!

Der Wecker. Diese Melodie. Ich will nicht. Einmal aufs Display tippen, das Kissen richten und wieder ins Bett kuscheln. Die Nacht kann noch nicht zu Ende sein. Sie darf nicht. Meine Augenlider wiegen Tonnen, ich kann sie kaum hochschieben. Ich blinzle. Das Licht scheint durchs Dachfenster, die Uhr zeigt 7.15 Uhr. Ich muss aufstehen, also schiebe ich meinen Oberkörper nach oben, als hinge er an einem Marionettenfaden. Ich sitze im Schneidersitz im Bett. Immerhin. Wippe den Kopf hin und her, als würde mich das wacher machen.

Ich trinke ein Glas Wasser, das ich mir jeden Abend ans Bett stelle - ein wichtiges Ritual. Dann einmal recken - und auf geht's! Na, los! Ich schiebe die Decke zur Seite, ziehe meine Wollsocken an, streife meinen Cardigan über. Mein Kopf wirkt wie mit Blei gefüllt, meine Nase ist dicht. Seit Wochen kränkele ich vor mich hin. Winter eben! Oder?

Selbstreflexion!
Wir können nicht alles auf die Jahreszeit schieben. Auch wenn die dunklen Tage uns Energie rauben, die Abwehrkräfte nicht so funktionieren, wie das für die Zeit wünschenswert wäre, wir sind dafür verantwortlich, wie es uns geht. Wir müssen selbst aktiv werden, uns motivieren, jeden Tag. Das Wichtigste dabei ist die Selbstreflexion: Was brauchen wir, was wollen wir, was müssen wir machen? Diese drei Fragen bedingen sich.

Was brauchen wir?
Die Antwort ist einfach: Energie. Ohne diese können wir uns nicht motivieren, der innere Schweinehund wird immer zu groß sein, wenn wir schlapp und müde sind. Wenn ich abends um 20 Uhr von der Arbeit nach Hause komme, dann muss ich noch schnell einkaufen, kochen - und dann ist es schon wieder 22 Uhr oder noch später. Dann noch Energie zu haben, um etwa Sport zu machen oder zu zeichnen, zu bloggen, aktiv zu sein, ist schwer. Ich liege dann lieber auf dem Sofa und chille. Aber das ist nicht gut - zumindest nicht jeden Tag. Ich muss also meinen Tag so gestalten, dass ich abends noch Energie übrig habe.

Was wollen wir?
Ich möchte aktiver sein, mehr leisten können, nicht ständig gähnen und gammeln. Abends noch genug Energie haben, um mit Freunden schön essen zu gehen, um Sport zu machen, um kreativ zu sein.

Was müssen wir für unsere Ziele machen? Zehn Tipps:
Um mehr körperliche, aber auch geistige Energie zu bekommen, gibt es ganz einfache Tipps.

  1. Schlafen. Gut schlafen, viel schlafen, ausreichend schlafen. Der Grund ist selbsterklärend. Wenn wir uns genügend ausruhen, dann lädt sich unser Akku auf.
  2. Essen. Gesund und vollwertig. Wenn wir abends keinen Bock auf kochen haben, dann holen wir uns einfach schnell eine Pizza. Lecker und sättigend. Aber auf Dauer ist das aber nicht gut. Natürlich spricht nichts dagegen, sich hin und wieder mal eine coole Pizza zu gönnen - ohne wäre das Leben ja wohl auch ätzend. Wir müssen nämlich immer auch bedenken, dass das Leben weiterhin lebenswert sein muss. Verbote sind nie hilfreich, sondern demotivieren eher. Aber wer gut geplant einkauft, hat auch coole, leckere Sachen im Haus, die oft schnell zuzubereiten sind. Wir müssen uns nur gut organisieren.
  3. Nervennahrung. Das spielt in unsere Essgewohnheiten mit hinein. Wir müssen unserem Körper das geben, was er braucht. Wenn er nach Vitaminen schreit, haben wir Bock auf Obst. Das sollten wir immer im Haus haben. Es müssen ja nicht immer Trauben auf dem Tisch stehen, für einen Smoothie reichen auch TK-Früchte. Die sind genauso lecker und gesund. Außerdem sind Nüsse cool. Sie machen uns schnell satt, sind ein super Snack und geben uns vor allem noch Vitamin B und Vitamin E sowie etwa das Vitamin Niacin, das für unsere Nerven sehr wichtig ist. Nüsse sind daher ein absoluter Stresskiller!
  4. Ruhe. Nicht immer ist es gut, Vollgas zu geben. Manchmal muss man auch einen Gang runterschalten. Es ist wichtig, dass wir genau auf unseren Körper hören. Wenn uns danach ist, sollten wir den Sonntag einfach mal auf dem Sofa gammeln - mit Serien oder einem Buch. Bei aller Aktivität ist das sogar manchmal dringend nötig, um die Speicher wieder aufzuladen. Also Ruhe bewahren, wir verpassen nichts, wenn wir mal einen Tag einfach nur chillen.
  5. Trinken. Vor allem Wasser. Es gibt den Richtwert, etwa zwei Liter Wasser am Tag zu trinken. Die Menge richtet sich aber auch nach Körpergröße und Gewicht sowie äußere Einflüsse wie Jahreszeiten. Im Sommer müssen wir wegen des Schwitzens mehr trinken als im Winter. Man sagt aber, dass man durch Urin, Schweiß und Atmen generell drei Liter Flüssigkeit am Tag verliert. Wer nicht so viel Wasser trinken kann, wechselt einfach auf (ungezuckerte) Tees - im Winter warm, im Sommer kalt.
  6. Sport. Bewegung tut uns gut. Wir bleiben fit und gelenkig. Das verbessert das Körpergefühl, die Psyche und die mentale Stärke. Wenn wir uns oft bewegen, werden wir automatisch aktiver. Wer sich nur schwer zum Sport aufraffen kann, hat vielleicht noch nicht die richtige Sportart gefunden. Wir müssen Spaß an der Bewegung finden. Manchen gelingt das mit Joggen, anderen mit Kraftsport oder Cardio und wieder anderen mit einer Mannschaftssportart. Einfach anfangen - und ausprobieren!
  7. Meditation. Dieser Punkt ist selbsterklärend. Wenn wir uns zurücknehmen, uns Ruhe gönnen, können wir das auch mit einer Meditation verbinden. Durch Entspannung tanken wir neue Energie.
  8. Auszeit. Das ist nicht für jeden etwas, aber auch ein Kurztrip in eine anderen Stadt kann helfen, neue Energie freizusetzen. Ein Tapetenwechsel. Aus dem Alltagstrott raus. Einfach mal eine Auszeit nehmen. Vielleicht reicht schon ein Wochenende.
  9. Sich etwas gönnen. Beim zweiten Punkt zum Thema Essen ist es schon deutlich geworden. Wir sollten uns nicht immer strikt an alle Ernährungspläne halten. Manchmal brauchen wir einfach die Tafel Schokolade nach einem anstrengenden, nervigen Tag. Dann ist das so - und das ist auch okay. Manchmal muss man auch dies oder jenes kaufen, etwa den Pullover, um den man schon seit Wochen herumschleicht. Wir sollten uns nicht zu viel verbieten, doch wir sollten immer in Maßen handeln.
  10. Verzicht. Auf der einen Seite müssen wir uns hin und wieder etwas gönnen, aber auf der anderen Seite kann auch ein Verzicht Wunder wirken. Einfach mal das Handy am Abend oder das ganze Wochenende ausstellen, den Laptop weglegen, sich auf sich selbst besinnen und alles so hinnehmen, wie es ist. . .

Ob nun Verzicht oder sich was gönnen, ob Meditation oder Sport, diese Tipps sind individuell. Sie sind nicht für jeden etwas. Denn jeder muss für sich das Richtige finden. Auf seinen Körper hören und dann einfach machen, einfach anfangen, einfach loslegen. . . das ist das Wichtigste.

Die Scham der Scherben